Trailing Drawdown
Kategorie
Prop Trading & Funded Accounts
Unterkategorie
Drawdown-Typen bei Prop Firms
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· Methodik
Der Trailing Drawdown ist eine dynamische Verlustgrenze bei Prop-Firms: Sie liegt in festem Abstand unter dem höchsten je erreichten Kontostand und wandert mit jedem neuen Equity-Hoch nach oben – sinkt aber nie wieder ab. Steigt ein 100.000-€-Konto mit 10 % Trailing Drawdown auf 105.000 €, liegt die Grenze bei 95.000 €. Ein Unterschreiten beendet Challenge oder Funded Account sofort.
Context & Mechanics
Funktionsweise
Der Trailing Drawdown ist die strengere Variante des Overall Loss Limit bei einer Prop-Firm: Die Verlustgrenze liegt in festem Abstand unter dem höchsten je erreichten Kontostand – nicht unter dem Startkapital. Bei nominell 100.000 € und 10 % startet die Grenze bei 90.000 €. Steigt die Equity auf 105.000 €, wandert die Grenze auf 95.000 € mit. Fällt die Equity danach wieder, bleibt die Grenze stehen – sie sinkt nie ab.
Varianten je Anbieter
Drei Details entscheiden über die Härte der Regel. Erstens die Messbasis: Manche Anbieter trailen auf Equity-Höchstständen inklusive offener Positionen (intraday), andere nur auf dem Tagesschlussstand (End of Day). Die Intraday-Variante ist deutlich strenger, weil schon ein zwischenzeitliches Hoch in einem offenen Trade die Grenze anhebt. Zweitens der Abstand: historisch typisch 5–10 %. Drittens das Einfrieren: Viele Anbieter stoppen das Trailing, sobald die Grenze das Startkapital erreicht (Breakeven-Freeze) – ab dann verhält sich das Konto wie mit statischer Grenze.
Abgrenzung zum Static Drawdown
Beim Static Drawdown bleibt die Grenze fest unter dem Startkapital; Gewinne vergrößern den nutzbaren Puffer dauerhaft. Beim Trailing Drawdown ist der Puffer konstant: Auch wer 5.000 € Gewinn aufgebaut hat, darf immer nur den festen Abstand zum Peak verlieren. Zusammen mit dem Daily Loss Limit bildet die Regel das Risikokorsett vieler One-Step-Challenges und Instant-Funding-Modelle.
Bedeutung für Trader
Der häufigste Denkfehler ist, nach einer Gewinnserie mit „Hausgeld" zu kalkulieren – beim Trailing Drawdown existiert dieses Polster nicht. Besonders tückisch ist die Intraday-Variante: Ein Trade, der weit ins Plus läuft und dann zurückkommt, kann die Grenze angehoben und den Puffer verkleinert haben, ohne dass Gewinn realisiert wurde. Wer die Trailing-Logik seines Anbieters unter realistischen Bedingungen trainiert, vermeidet solche Überraschungen: Im GlanWick-Simulator lässt sich ein Trailing Drawdown in Echtzeit mitverfolgen – GlanWick ist ein Trainings- und Simulationstool und selbst keine Prop-Firm.
Execution Beispiel
Ein Trader handelt ein Funded Account über nominell 100.000 € mit 10 % Trailing Drawdown (Equity-Basis, intraday getrailt, Breakeven-Freeze bei 100.000 €).
- Start: Equity 100.000 €, Grenze 90.000 € (fester Abstand 10.000 €).
- Gewinnserie auf 105.000 € → die Grenze wandert auf 95.000 € mit.
- Rücksetzer auf 97.000 € → die Grenze bleibt bei 95.000 €; nutzbarer Puffer nur noch 2.000 €, obwohl das Konto +5.000 € über Start notiert – realisiert wurde davon nichts.
- Ein weiterer Verlust von −2.500 € drückt die Equity auf 94.500 € → Grenze verletzt, Konto beendet. Mit statischer Grenze (90.000 €) wäre das Konto noch aktiv gewesen.
Execution Risk & Errors
Annehmen, dass Gewinne den Puffer dauerhaft vergrößern
Intraday- und End-of-Day-Trailing verwechseln
Offene Gewinne weit laufen lassen, ohne zu wissen, dass das Zwischenhoch die Grenze anhebt
Den Breakeven-Freeze des Anbieters nicht kennen
Nach neuem Equity-Hoch die Positionsgröße erhöhen, obwohl der Puffer gleich bleibt
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Trailing und Static Drawdown?
Beim Static Drawdown bleibt die Verlustgrenze fest unter dem Startkapital, Gewinne vergrößern den Puffer. Beim Trailing Drawdown wandert die Grenze mit jedem Equity-Hoch nach oben – der Puffer bleibt konstant.
Hebt ein offener Trade die Grenze an?
Je nach Anbieter. Bei intraday getrailten Varianten zählt jedes Equity-Hoch inklusive offener Positionen; bei End-of-Day-Varianten nur der Tagesschlussstand. Diese Definition sollte vor der Challenge geprüft werden.
Hört der Trailing Drawdown irgendwann auf zu wandern?
Bei vielen Anbietern ja: Sobald die Grenze das Startkapital erreicht, friert sie ein (Breakeven-Freeze). Ab dann kann das Konto nur noch durch Verluste unter das Startkapital scheitern.
Kann ich einen Trailing Drawdown vorher üben?
Ja. Im GlanWick-Simulator lässt sich ein Trailing Drawdown mit frei wählbarem Abstand risikofrei nachstellen und in Echtzeit mitverfolgen.