Prop-Firm
Kategorie
Prop Trading & Funded Accounts
Unterkategorie
Prop-Firm-Modelle
Kuratiert von
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· Methodik
Eine Prop-Firm (Proprietary-Trading-Firma) ist ein Unternehmen, das Tradern nach einer kostenpflichtigen Evaluation Zugang zu firmeneigenem Kapital gewährt. Gehandelt wird nach festen Risikoregeln wie Daily Loss Limit und maximalem Drawdown; Gewinne werden über einen Profit Split von meist 70–90 % geteilt. Regeln, Modelle und Auszahlungsbedingungen variieren je Anbieter erheblich.
Context & Mechanics
Wie das Modell funktioniert
Eine Prop-Firm stellt Kapital bereit, das der Firma gehört – nicht dem Trader. Der Zugang läuft in der Regel über eine kostenpflichtige Evaluation: Der Trader zahlt eine Gebühr (häufig 100–700 €) und muss in einer oder zwei Phasen ein Gewinnziel erreichen, ohne definierte Verlustgrenzen zu verletzen. Verbreitet sind die Two-Step-Challenge mit zwei Phasen sowie One-Step- und Instant-Funding-Modelle.
Typische Regeln
Fast alle Anbieter arbeiten mit einem Daily Loss Limit (z. B. 5 % pro Tag), einem Overall Loss Limit bzw. maximalen Drawdown (z. B. 10 %) sowie Zusatzregeln wie Mindesthandelstagen, Consistency Rules oder Einschränkungen beim News-Trading. Wer alle Phasen besteht, erhält ein Funded Account und einen Profit Split, historisch meist zwischen 70 % und 90 % zugunsten des Traders.
Geschäftsmodell und Einordnung
Ein wesentlicher Teil der Erlöse vieler Prop-Firms stammt aus Evaluationsgebühren gescheiterter Teilnehmer. Die Mehrheit der Konten wird zudem als Simulation geführt, nicht am realen Markt. Die Branche ist überwiegend nicht als Broker reguliert – Regeln, Auszahlungen und Seriosität unterscheiden sich daher stark je Anbieter. Berichte über kurzfristig geänderte Regeln oder verweigerte Auszahlungen sind ein realer Risikofaktor, den Trader vor der Anmeldung prüfen sollten.
Bedeutung für Trader
Der praktische Engpass ist selten das Gewinnziel, sondern die Regelkonformität: Historisch scheitert der Großteil der Teilnehmer an Verletzungen der Drawdown-Regeln, nicht an fehlenden Gewinnen. Wer die Regeln eines Anbieters vor der Anmeldung vollständig versteht und unter realistischen Bedingungen trainiert, reduziert die Zahl bezahlter Fehlversuche deutlich. Im GlanWick-Simulator lassen sich gängige Prop-Firm-Regeln risikofrei nachbilden, bevor Geld für eine Evaluation ausgegeben wird – GlanWick ist dabei ein Trainings- und Simulationstool und selbst keine Prop-Firm.
Execution Beispiel
Ein Trader kauft für 500 € eine Two-Step-Challenge über ein virtuelles Konto von 100.000 € (Gewinnziel Phase 1: 8 %, Daily Loss Limit 5 %, Overall Loss Limit 10 %).
- Phase 1: Der Trader erreicht +8.000 € (8 %), ohne an einem Tag mehr als 5.000 € zu verlieren → bestanden.
- Phase 2: Gewinnziel 5 % (+5.000 €) bei gleichen Verlustgrenzen → bestanden, Funded Account wird freigeschaltet.
- Funded-Phase: Der Trader erwirtschaftet 4.000 € Gewinn; beim Profit Split von 80/20 erhält der Trader 3.200 €, die Prop-Firm 800 €.
- Verletzt der Trader in irgendeiner Phase eine Verlustgrenze, endet die Challenge; ein neuer Versuch kostet erneut die Evaluationsgebühr (Reset).
Execution Risk & Errors
Challenge starten, ohne die Drawdown-Regeln des Anbieters vollständig zu kennen
Evaluationsgebühren als einmalige statt als wiederkehrende Kosten kalkulieren
Static und Trailing Drawdown des Anbieters verwechseln
Nach bestandener Phase 1 die Positionsgröße erhöhen und die Verlustgrenzen reißen
Prop-Firm-Konto mit einem regulierten Brokerkonto gleichsetzen
Häufige Fragen
Ist eine Prop-Firm reguliert?
Überwiegend nein. Die meisten Prop-Firms sind keine regulierten Broker, da Teilnehmer auf simulierten Konten handeln. Aufsichtsbehörden wie die CFTC haben zu den Risiken des Modells Verbraucherhinweise veröffentlicht.
Wie verdienen Prop-Firms Geld?
Hauptsächlich über Evaluationsgebühren, Resets und Abonnements. Da historisch die Mehrheit der Teilnehmer die Evaluation nicht besteht, sind die Gebühren gescheiterter Versuche eine zentrale Erlösquelle.
Was kostet eine Prop-Firm-Challenge?
Je nach Kontogröße und Anbieter meist zwischen 100 € und 700 € pro Versuch. Jeder gescheiterte Versuch erfordert eine neue Gebühr oder einen bezahlten Reset.
Kann ich Prop-Firm-Regeln vorher üben?
Ja. Im GlanWick-Simulator lassen sich gängige Regeln wie Daily Loss Limit und Trailing Drawdown risikofrei nachbilden, bevor eine bezahlte Evaluation gestartet wird.