Drawdown
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Risiko- & Money-Management
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Drawdown-Management
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· Methodik
Ein Drawdown ist der Rückgang des Kontostands von einem Hochpunkt (Peak) bis zum nachfolgenden Tiefpunkt, gemessen in Prozent oder Währung. Fällt ein Konto von 112.000 € auf 103.600 €, beträgt der Drawdown 7,5 %. Drawdowns sind der Normalzustand jeder Strategie – entscheidend ist, ihre Tiefe und Dauer zu kennen und die Positionsgröße daran auszurichten.
Context & Mechanics
Definition und Messung
Der Drawdown misst den Abstand zwischen einem Hochpunkt der Equity Curve und dem darauffolgenden Tief: (Peak − Tal) ÷ Peak. Solange das alte Hoch nicht zurückerobert ist, befindet sich das Konto „underwater“. Drei Größen beschreiben die Phase vollständig: Tiefe (maximaler Abstand), Dauer (Zeit von Peak zu Peak) und Häufigkeit (wie oft Drawdowns einer Größenklasse auftreten). Der tiefste jemals gemessene Rückgang ist der Max Drawdown – der Drawdown-Begriff selbst meint jede laufende oder abgeschlossene Verlustphase.
Die asymmetrische Mathematik der Erholung
Verluste und Gewinne wirken nicht symmetrisch: Ein Drawdown von 10 % erfordert 11,1 % Gewinn zur Erholung, 20 % schon 25 %, 50 % ganze 100 %. Diese Asymmetrie ist das stärkste Argument für konsequentes Position Sizing: Wer Drawdowns klein hält, hält auch die Anforderungen an die Erholung klein. Da Verlustserien statistisch normal sind – bei 55 % Trefferquote sind 5–6 Verluste in Folge über hundert Trades zu erwarten –, lässt sich die zu erwartende Drawdown-Tiefe aus Trefferquote und Risiko pro Trade abschätzen.
Drawdown im Prop-Trading
Prop-Firms operationalisieren den Drawdown als harte Regeln: Daily Loss Limit für den Tagesverlust, Overall Loss Limit für den Gesamtverlust, häufig als Trailing Drawdown, der dem Konto-Hoch folgt. Wer die eigene Strategie-Drawdown-Statistik kennt, kann prüfen, ob sie überhaupt zu den Limits eines Programms passt – eine Strategie mit historischen 12-%-Drawdowns ist mit einem 10-%-Limit strukturell unvereinbar, unabhängig von ihrer Profitabilität.
Bedeutung für Trader
Drawdowns entscheiden darüber, ob eine profitable Strategie durchgehalten wird: Abbrüche in der Verlustphase – kurz vor der Erholung – gehören zu den häufigsten teuren Verhaltensfehlern. Im GlanWick-Simulator lassen sich Drawdown-Tiefe und -Dauer einer Strategie beispielhaft über historische Daten messen – GlanWick ist ein Trainings- und Simulationstool und selbst keine Prop-Firm.
Execution Beispiel
Ein Konto wächst von 100.000 € auf ein Hoch von 112.000 €. Es folgt eine Verlustserie: Der Kontostand fällt über 18 Trades auf 103.600 €, bevor die Strategie wieder greift und das Konto später ein neues Hoch erreicht.
- Tiefe: (112.000 − 103.600) ÷ 112.000 = 7,5 % Drawdown bzw. 8.400 €.
- Erholungsanforderung: 8.400 ÷ 103.600 = 8,1 % Gewinn nötig, um das alte Hoch zu erreichen – mehr als die 7,5 % Verlust, wegen der kleineren Basis.
- Dauer: Die Underwater-Phase umfasst 18 Trades plus die Erholungsstrecke – für die Durchhaltefähigkeit oft belastender als die Tiefe selbst.
- Einordnung: Bei 1 % Risiko pro Trade entspricht der Drawdown gut 8 Verlusteinheiten (8.400 € ÷ 1.000 €) – im Rahmen normaler Verlustserien einer 55-%-Strategie. Wer das vorab weiß, hält durch, statt am Tiefpunkt das System zu wechseln.
Execution Risk & Errors
Drawdowns als Zeichen einer kaputten Strategie deuten, obwohl sie statistisch normal sind
Die asymmetrische Erholungsmathematik ignorieren und nach Verlusten das Risiko erhöhen
Nur die Tiefe betrachten und die Dauer der Underwater-Phase unterschätzen
Strategien mit historischen Drawdowns handeln, die über den Limits des Prop-Programms liegen
Am Tiefpunkt des Drawdowns das System wechseln und den nächsten Zyklus von vorn beginnen
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Drawdown und Max Drawdown?
Drawdown ist jede Verlustphase von einem Hoch zum folgenden Tief; der Max Drawdown ist die tiefste dieser Phasen im gesamten Betrachtungszeitraum – die zentrale Risikokennzahl einer Strategie.
Warum braucht ein 10-%-Drawdown mehr als 10 % Gewinn zur Erholung?
Weil der Gewinn auf der kleineren Basis erwirtschaftet wird: Nach 10 % Verlust sind es nur noch 90 % des Kapitals, und 90 × 1,111 ≈ 100. Je tiefer der Drawdown, desto extremer die Asymmetrie.
Welche Drawdown-Tiefe ist normal?
Das hängt von Trefferquote, Risiko pro Trade und Strategie ab. Als Anhaltspunkt: Verlustserien von 5–6 Trades sind bei 55 % Trefferquote über 100 Trades statistisch zu erwarten – die Drawdown-Tiefe skaliert direkt mit dem Risiko pro Trade.
Wie hängen Drawdown und Prop-Firm-Limits zusammen?
Daily und Overall Loss Limits sind vordefinierte Drawdown-Grenzen. Die historische Drawdown-Statistik der eigenen Strategie muss mit Puffer unter diesen Limits liegen, sonst ist ein Regelbruch nur eine Frage der Zeit.