Position Sizing (Positionsgrößenbestimmung)
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Performance-Analyse & Journaling
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· Methodik
Position Sizing bestimmt, wie viele Einheiten eines Instruments ein Trader kauft oder verkauft – abgeleitet aus Kontorisiko und Stop-Abstand, nicht aus Bauchgefühl. Die Kernformel: Positionsgröße = Kontorisiko ÷ Stop-Abstand je Einheit. Sie macht Verluste planbar und vergleichbar (1R-Logik) und ist der Hebel, über den Risikomanagement praktisch umgesetzt wird – wichtiger als jedes Entry-Signal.
Context & Mechanics
Die Kernformel
Position Sizing beantwortet die Frage „Wie viel?“ nach den Fragen „Was?“ und „Wo hinein, wo hinaus?“. Die Rechnung läuft rückwärts: Erst wird das Kontorisiko festgelegt (üblich 0,5–2 % des Kapitals, bei Prop-Firm-Konten oft weniger wegen Daily Loss Limits), dann der Stop-Abstand aus der Marktstruktur bestimmt (z. B. unter dem letzten Swing-Tief oder per ATR) – und daraus die Größe: Positionsgröße = Kontorisiko ÷ Stop-Abstand je Einheit. Enger Stop bedeutet automatisch größere Position, weiter Stop kleinere – das Euro-Risiko bleibt konstant.
Die 1R-Logik
Dieser konstante Risikobetrag heißt 1R. Er macht Trades vergleichbar: Ein Gewinn von 3R ist dreimal das riskierte Kapital, unabhängig von Instrument und Positionsgröße. Erst durch konstantes R wird eine Strategie statistisch auswertbar (Expectancy, Profit Factor) – wer mal 0,5 %, mal 5 % riskiert, kann aus seiner Trade-Historie nichts Belastbares ablesen, weil ein einzelner Ausreißer das Ergebnis dominiert.
Varianten und Grenzen
Fixed Fractional (fester Prozentsatz vom aktuellen Kapital) ist der Standard: Positionen schrumpfen im Drawdown automatisch und wachsen mit dem Konto. Aggressivere Modelle wie Kelly maximieren theoretisch das Wachstum, erzeugen aber Drawdowns, die psychologisch kaum durchzuhalten sind – üblich ist deshalb höchstens Fractional Kelly. Zusätzlich begrenzen Profis das Gesamtrisiko korrelierter Positionen: Fünf Trades in ähnlichen Märkten mit je 1 % sind im Stressfall ein 5-%-Klumpenrisiko.
Bedeutung für Trader
Position Sizing ist der Punkt, an dem Risikomanagement von der Theorie zur Handlung wird – und bei Prop-Firm-Regeln (Daily Loss Limit, Max Drawdown) die einzige Stellschraube, die Regelverstöße mathematisch ausschließen kann. Im GlanWick-Simulator lässt sich die Größenberechnung beispielhaft und ohne echtes Kapital durchspielen – GlanWick ist ein Trainings- und Simulationstool und selbst keine Prop-Firm.
Execution Beispiel
Ein Trader mit 50.000-€-Konto riskiert 1 % pro Trade (500 € = 1R). Eine Aktie bietet ein Long-Setup: Entry 80,00 €, Stop unter dem Swing-Tief bei 78,00 €.
- Stop-Abstand: 80,00 − 78,00 = 2,00 € je Aktie.
- Positionsgröße: 500 € ÷ 2,00 € = 250 Aktien → Positionswert 20.000 € (40 % des Kontos, ohne Hebel machbar).
- Kontrollrechnung: Stop-Ausführung bei 78,00 € kostet 250 × 2,00 € = 500 € = exakt 1R = 1 % – unabhängig davon, wie „überzeugend“ das Setup wirkt.
- Vergleichs-Setup: Dieselbe Aktie mit engerem Stop bei 79,20 € (0,80 € Abstand) ergäbe 625 Aktien – größere Position, identisches Risiko. Das Euro-Risiko steuert die Größe, nicht umgekehrt.
Execution Risk & Errors
Positionsgröße nach Bauchgefühl oder Überzeugung statt nach Formel bestimmen
Bei „sicheren“ Setups das Risiko erhöhen und damit die 1R-Statistik zerstören
Den Stop nachträglich weiter setzen, wodurch das reale Risiko die geplante Größe übersteigt
Korrelierte Positionen einzeln dimensionieren und das Klumpenrisiko übersehen
Nach Verlusten die Größe erhöhen („Martingale“), um Verluste schneller aufzuholen
Häufige Fragen
Wie viel Prozent sollte ich pro Trade riskieren?
Üblich sind 0,5–2 % des Kapitals. Bei Prop-Firm-Konten mit Daily Loss Limit rechnet man rückwärts: Das Tageslimit sollte auch nach mehreren Verlust-Trades in Folge nicht erreichbar sein – das führt oft zu 0,25–0,5 % pro Trade.
Was bedeutet 1R?
1R ist der festgelegte Risikobetrag pro Trade (z. B. 500 € bei 1 % eines 50.000-€-Kontos). Gewinne und Verluste werden als Vielfache davon gemessen: +3R, −1R. Das macht Trades über Instrumente und Zeiträume hinweg vergleichbar.
Warum ergibt ein engerer Stop eine größere Position?
Weil das Euro-Risiko konstant bleibt: Positionsgröße = Kontorisiko ÷ Stop-Abstand. Halbiert sich der Stop-Abstand, verdoppelt sich die Stückzahl – der potenzielle Verlust bleibt identisch, solange der Stop respektiert wird.
Was ist der Unterschied zwischen Position Sizing und Kelly-Kriterium?
Das Kelly-Kriterium ist ein spezielles Sizing-Modell, das die Wachstumsrate maximiert – mit brutalen Drawdowns. Fixed Fractional (fester Prozentsatz) ist das robuste Standardmodell; Kelly dient eher als theoretische Obergrenze, von der Profis nur einen Bruchteil nutzen.