Maximum Drawdown
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Risiko- & Money-Management
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Drawdown-Management
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· Methodik
Der Maximum Drawdown ist der größte prozentuale Rückgang einer Equity-Kurve vom Höchststand zum nachfolgenden Tiefpunkt, bevor ein neues Hoch erreicht wird. Fällt ein Konto von 112.000 € auf 103.600 €, beträgt der Maximum Drawdown 7,5 %. Die Kennzahl misst das historisch schlimmste Verlustszenario einer Strategie – für Prop-Firm-Trader zentral, weil Loss Limits einen maximal erlaubten Drawdown erzwingen.
Context & Mechanics
Definition und Berechnung
Der Maximum Drawdown (MDD) misst den größten Rückgang einer Equity-Kurve vom Höchststand (Peak) zum nachfolgenden Tiefpunkt (Trough), bevor ein neues Hoch erreicht wird. Formel: (Peak − Trough) ÷ Peak. Fällt ein Konto von 112.000 € auf 103.600 €, beträgt der MDD 8.400 € oder 7,5 %. Anders als der laufende Drawdown, der jeden aktuellen Rückgang beschreibt, ist der MDD das Worst-Case-Maß über den gesamten Betrachtungszeitraum.
Aussagekraft und Grenzen
Der MDD zeigt, welche Verlustphase eine Strategie historisch durchlaufen hat – und damit, welche psychische und finanzielle Belastung ein Trader aushalten musste. Zwei Grenzen sind wichtig: Erstens ist der MDD stichprobenabhängig; der schlimmste Drawdown liegt statistisch immer noch in der Zukunft, weshalb Backtesting-Werte nur eine Untergrenze markieren. Zweitens sagt er nichts über die Dauer: Ein flacher, monatelanger Rückgang kann belastender sein als ein schneller Einbruch. Zur Einordnung gehört auch die Erholungs-Mathematik: Ein Verlust von 10 % erfordert +11,1 % zur Erholung, 20 % erfordern +25 %, 50 % bereits +100 %.
Bedeutung im Prop-Trading
Prop-Firm-Regeln sind faktisch vorgegebene Maximum Drawdowns: Ein Overall Loss Limit von 10 % beendet das Konto exakt dann, wenn der Drawdown diese Schwelle erreicht. Daraus folgt ein harter Kompatibilitäts-Check: Eine Strategie mit historischem MDD von 15 % passt strukturell nicht zu einem 10-%-Limit – unabhängig davon, wie profitabel sie langfristig ist. Die übliche Stellschraube ist kleineres Position Sizing, das den MDD proportional reduziert, aber auch die Rendite.
Bedeutung für Trader
Wer den MDD seiner Strategie kennt, kann Kontogröße, Risiko pro Trade und Regelwerk aufeinander abstimmen, statt Limits dem Zufall zu überlassen. Im GlanWick-Simulator wird der Maximum Drawdown automatisch aus der Equity-Kurve berechnet und lässt sich gegen beliebige Loss Limits prüfen – GlanWick ist ein Trainings- und Simulationstool und selbst keine Prop-Firm.
Execution Beispiel
Ein Trader wertet 100 Trades auf einem 100.000-€-Konto aus (1.000 € Risiko pro Trade). Die Equity-Kurve stieg zwischenzeitlich auf 112.000 € und fiel danach auf 103.600 €, bevor sie ein neues Hoch erreichte.
- Peak identifizieren: höchster Stand der Equity-Kurve = 112.000 €.
- Trough identifizieren: tiefster Stand nach dem Peak, bevor ein neues Hoch entsteht = 103.600 €.
- MDD berechnen: (112.000 − 103.600) ÷ 112.000 = 8.400 ÷ 112.000 = 7,5 %.
- Einordnung: Mit 7,5 % historischem MDD bliebe die Strategie unter einem 10-%-Overall-Loss-Limit – aber ohne Sicherheitsmarge für einen künftig schlechteren Verlauf; halbiertes Risiko pro Trade (500 €) hätte den MDD auf rund 3,75 % gesenkt.
Execution Risk & Errors
Den Backtest-MDD als garantierte Obergrenze für die Zukunft lesen
Maximum Drawdown mit dem laufenden Drawdown verwechseln
Die Dauer von Verlustphasen ignorieren und nur die Tiefe betrachten
Die Erholungs-Mathematik unterschätzen (−50 % erfordern +100 %)
Eine Strategie mit höherem historischem MDD als das Loss Limit in einer Challenge einsetzen
Häufige Fragen
Was ist ein guter Maximum Drawdown?
Das hängt von Strategie und Regelwerk ab. Für Prop-Firm-Konten gilt als Faustregel: Der historische MDD sollte deutlich unter dem Overall Loss Limit liegen, um eine Sicherheitsmarge für schlechtere Verläufe zu behalten.
Wie unterscheidet sich der Maximum Drawdown vom Drawdown?
Der Drawdown beschreibt jeden aktuellen Rückgang vom letzten Hoch; der Maximum Drawdown ist der größte dieser Rückgänge über den gesamten Betrachtungszeitraum – das historische Worst-Case-Maß.
Kann ich den Maximum Drawdown senken?
Der wirksamste Hebel ist kleineres Risiko pro Trade: Halbiertes Position Sizing halbiert näherungsweise auch den MDD – allerdings ebenso die absolute Rendite.
Warum reicht der Backtest-MDD nicht als Planungsgröße?
Weil er stichprobenabhängig ist: Der schlimmste Drawdown einer Strategie liegt statistisch noch in der Zukunft. Backtest-Werte markieren eine Untergrenze, keine Garantie.