Trading-Plan

    Kategorie

    Trading-Psychologie & Behavioral Finance

    Unterkategorie

    Disziplin & Routine

    Kuratiert von

    GlanWick Team

    Zuletzt geprüft

    · Methodik

    Ein Trading-Plan ist das schriftliche Regelwerk eines Traders: Er definiert handelbare Setups, Risiko pro Trade, Entry- und Exit-Regeln, Tageslimits und Routinen. Sein Zweck ist, Entscheidungen vor der Emotion zu treffen – im Trade selbst wird nur noch ausgeführt. Ohne schriftlichen Plan ist nicht prüfbar, ob ein Verlust am Markt oder an der Disziplin lag.

    Context & Mechanics

    Definition und Zweck

    Ein Trading-Plan verlagert Entscheidungen aus dem emotionalen Moment in die ruhige Vorbereitungszeit: Was wird gehandelt, wann, in welcher Größe, mit welchen Exits – und wann wird nicht gehandelt? Der Plan macht Trading prüfbar: Erst wenn Regeln schriftlich existieren, lässt sich im Journal unterscheiden, ob ein Verlust ein normaler Statistik-Fall (Plan befolgt, Trade verloren) oder ein Disziplin-Fall (Plan gebrochen) war – zwei fundamental verschiedene Probleme mit verschiedenen Lösungen.

    Bestandteile

    Ein vollständiger Plan umfasst typischerweise sechs Blöcke: Setups (präzise Kriterien, wann ein Entry valide ist – idealerweise so klar, dass zwei Personen dieselbe Entscheidung treffen würden), Risikoregeln (Position Sizing, Risiko pro Trade z. B. 1 % = 1.000 € auf dem 100.000-€-Konto, Tageslimit in R), Exit-Regeln (Stop-Loss-Logik, Ziele, Management-Regeln wie Break-Even- oder Trailing-Stops), Handelszeiten und Märkte, Routinen (Pre-Market-Vorbereitung, Review nach der Session) und Circuit-Breaker (Tagesstopp nach −2R, Pflichtpause nach Verlusten – der Schutz gegen Tilt und Overtrading).

    Vom Plan zur Statistik

    Der Plan ist kein statisches Dokument, sondern eine Hypothese, die das Journal laufend testet: Die Expectancy je Setup zeigt, welche Regeln tragen; die Regelbruch-Quote zeigt, wo Disziplin oder Praktikabilität fehlt. Änderungen gehören in definierte Review-Zyklen (z. B. monatlich, ab 30–50 Trades Stichprobe je Setup) – nicht in den laufenden Handelstag. Für Prop-Firm-Trader kommt hinzu: Der Plan muss das konkrete Regelwerk abbilden – Daily Loss Limit, Mindesthandelstage und Consistency-Vorgaben werden als eigene Plan-Regeln übersetzt.

    Bedeutung für Trader

    Der Trading-Plan ist die Grundlage jeder seriösen Verbesserung: Ohne ihn gibt es nichts zu messen. Im GlanWick-Journal lassen sich Plan-Regeln als Setup- und Emotion-Tags abbilden und Regelbrüche sichtbar machen – GlanWick ist ein Trainings- und Simulationstool und selbst keine Prop-Firm.

    Execution Beispiel

    Ein Trader bereitet eine Two-Step-Challenge (100.000 €, Daily Loss Limit 5 %, Overall 10 %, Phase-1-Ziel 8 %) vor und übersetzt Strategie und Regelwerk in einen schriftlichen Trading-Plan.

    1. Setups: zwei definierte Setups mit Checklisten-Kriterien; alles andere ist tabu.
    2. Risiko: 1 % pro Trade (1.000 €), Tagesstopp bei −2R – der Puffer zum 5-%-Daily-Limit beträgt damit stets mehrere Verlusttage.
    3. Exits: Initial-Stop 2×ATR, Ziel 2R, Break-Even-Stop bei +1R – vorab fixiert, im Trade wird nur ausgeführt.
    4. Review: Nach 20 Handelstagen zeigt das Journal 92 % Plan-Treue; die Expectancy von +0,375R deckt sich mit der Planungsrechnung (≈21–22 Trades bis zum 8-%-Ziel) – Abweichungen wären sofort als Disziplin- oder Strategie-Problem trennbar.

    Execution Risk & Errors

    1

    Den Plan nur im Kopf statt schriftlich führen und Regeln situativ umdeuten

    2

    Setups so vage definieren, dass jeder Impuls als Setup durchgeht

    3

    Den Plan mitten im Handelstag ändern statt in festen Review-Zyklen

    4

    Prop-Firm-Regeln (Loss Limits, Mindesthandelstage) nicht als eigene Plan-Regeln übersetzen

    5

    Plan-Treue nie messen und Disziplin-Probleme mit Strategie-Problemen verwechseln

    Häufige Fragen

    Was gehört mindestens in einen Trading-Plan?

    Sechs Blöcke: definierte Setups, Risikoregeln (Risiko pro Trade, Tageslimit), Exit-Regeln, Handelszeiten/Märkte, Routinen und Circuit-Breaker. Schriftlich – sonst ist er nicht prüfbar.

    Wie oft sollte der Plan angepasst werden?

    In festen Review-Zyklen, etwa monatlich und erst ab ausreichender Stichprobe (30–50 Trades je Setup) – nie im laufenden Handelstag oder direkt nach einem Verlust.

    Woran erkenne ich, ob mein Problem Strategie oder Disziplin ist?

    Am Journal-Split: Trades mit Plan-Treue zeigen die Qualität der Strategie, Regelbruch-Trades die Disziplin. Ohne schriftlichen Plan ist diese Trennung unmöglich.

    Wie übersetze ich Prop-Firm-Regeln in den Plan?

    Jede Regelwerk-Grenze wird zur konservativeren Plan-Regel: z. B. Tagesstopp bei −2R lange vor dem 5-%-Daily-Limit und Positionsgrößen, deren normale Verlustserie das Overall-Limit nicht gefährdet.

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