Stop-Limit-Order

    Kategorie

    Order-Mechanik

    Unterkategorie

    Order-Typen

    Kuratiert von

    GlanWick

    Zuletzt geprüft

    · Methodik

    Eine Stop-Limit-Order kombiniert zwei Preisniveaus: Beim Erreichen des Stop-Kurses wird keine Market-, sondern eine Limit-Order mit definiertem Limit-Kurs aktiviert. Beispiel: Stop 47 €, Limit 46,80 € – verkauft wird nur zu 46,80 € oder besser. Das schützt vor Slippage, birgt aber das Risiko, dass die Order in schnellen Märkten gar nicht ausgeführt wird.

    Context & Mechanics

    Definition und Mechanik

    Die Stop-Limit-Order ist die kontrollierte Variante der Stop-Order. Eine klassische Stop-Order (Stop-Loss) wird beim Erreichen des Stop-Kurses zur Market Order und nimmt jeden verfügbaren Preis – inklusive Slippage. Die Stop-Limit-Order löst stattdessen eine Limit Order aus: Verkauf nur zum Limit-Kurs oder besser. Beispiel: Aktie bei 50 €, Stop 47 €, Limit 46,80 € – fällt der Kurs auf 47 €, liegt ab sofort eine Verkaufs-Limit-Order zu 46,80 € im Buch. Der Abstand zwischen Stop und Limit (hier 0,20 €) heißt Limit-Offset.

    Der Trade-off: Preis gegen Ausführung

    Die Order tauscht Ausführungsgarantie gegen Preiskontrolle. In ruhigen Märkten füllt sie nahe am Stop-Kurs. Gefährlich wird es bei Gaps und schnellen Bewegungen: Eröffnet der Kurs nach Nachrichten bei 45 €, liegt er unter dem Limit von 46,80 € – die Order wird nicht ausgeführt, die Position bleibt offen und der Verlust wächst ungebremst weiter. Genau in den Momenten, in denen ein Schutz-Stop am dringendsten gebraucht wird, kann die Stop-Limit-Order versagen. Als Faustregel gilt deshalb: Für Schutz-Stops von Positionen eher Stop-Market, für geplante Ein- und Ausstiege in liquiden Phasen Stop-Limit.

    Einsatzszenarien

    Sinnvoll ist die Stop-Limit-Order vor allem bei Breakout-Entries (Kauf-Stop über dem Widerstand mit Limit gegen überteuerte Fills), in illiquiden Werten mit breitem Spread und bei großen Orders, die das Orderbuch bewegen würden. Auch Partial Fills sind möglich: Ist am Limit nicht genug Volumen vorhanden, wird nur ein Teil ausgeführt.

    Bedeutung für Trader

    Die Wahl zwischen Stop-Market und Stop-Limit ist eine bewusste Risikoentscheidung: garantierter Ausstieg zu unsicherem Preis oder sicherer Preis mit unsicherem Ausstieg. Im GlanWick-Simulator lassen sich beide Ordertypen beispielhaft gegen historische Kurslücken testen – GlanWick ist ein Trainings- und Simulationstool und selbst keine Prop-Firm.

    Execution Beispiel

    Ein Trader hält 333 Aktien (Einstieg 50 €, 100.000-€-Konto, 1.000 € Risiko) und sichert die Position ab: Stop-Kurs 47 €, Limit-Kurs 46,80 €. Über Nacht kommen negative Nachrichten.

    1. Szenario A (ruhiger Markt): Kurs fällt intraday auf 47 € → Limit-Order zu 46,80 € wird bei 46,95 € gefüllt – Verlust 1.015 €, fast exakt der Plan.
    2. Szenario B (Gap): Der Kurs eröffnet nach den Nachrichten bei 45 € – unter dem Limit. Die Order wird nicht ausgeführt.
    3. Folge: Die Position fällt weiter auf 43 €, der Buchverlust wächst auf 2.331 € (≈2,3R) – mehr als das Doppelte des geplanten Risikos.
    4. Vergleich: Eine Stop-Market-Order hätte bei ≈45 € gefüllt (−1.665 €, −1,7R) – schlechter als geplant, aber begrenzt. Der Limit-Offset ist also kein Detail, sondern die zentrale Risikoentscheidung dieses Ordertyps.

    Execution Risk & Errors

    1

    Stop-Limit-Orders als Schutz-Stop in Gap-anfälligen Werten verwenden

    2

    Den Limit-Offset zu eng wählen und in schnellen Märkten ohne Ausführung bleiben

    3

    Stop-Kurs und Limit-Kurs verwechseln oder identisch setzen, ohne die Konsequenz zu kennen

    4

    Nach einem nicht ausgeführten Stop die offene Position nicht sofort manuell managen

    5

    Partial Fills am Limit nicht einkalkulieren und Restpositionen übersehen

    Häufige Fragen

    Was ist der Unterschied zwischen Stop-Order und Stop-Limit-Order?

    Die Stop-Order wird am Stop-Kurs zur Market-Order und füllt garantiert, aber zu jedem Preis. Die Stop-Limit-Order wird zur Limit-Order und füllt nur zum Limit oder besser – dafür möglicherweise gar nicht.

    Wie wähle ich den Limit-Offset?

    Er sollte zur normalen Schwankung des Werts passen – etwa an Spread und ATR orientiert. Zu eng bedeutet Nichtausführung in schnellen Phasen, zu weit hebelt den Slippage-Schutz aus.

    Wann ist eine Stop-Limit-Order sinnvoller als eine Stop-Market-Order?

    Bei geplanten Breakout-Entries, in illiquiden Werten mit breitem Spread und wenn Preiskontrolle wichtiger ist als garantierte Ausführung. Für Schutz-Stops überwiegt meist die Ausführungsgarantie.

    Was passiert bei einem Gap unter mein Limit?

    Die Order bleibt unausgeführt im Buch, die Position offen. Der Verlust ist dann nicht mehr begrenzt – die Position muss sofort manuell gemanagt werden.