Limit Order
Eine Limit Order ist ein Handelsauftrag mit Preisobergrenze (Kauf) bzw. -untergrenze (Verkauf): Ausgeführt wird nur zum Limitpreis oder besser. Der Trader kontrolliert damit den Preis, verzichtet aber auf die Ausführungsgarantie – läuft der Kurs weg, bleibt die Order unausgeführt. Limit Orders sind das Standardwerkzeug für geplante Einstiege an definierten Levels.
Context & Mechanics
Definition und Mechanik
Eine Limit Order legt den schlechtesten akzeptierten Preis fest: Eine Kauf-Limit-Order füllt nur zum Limit oder darunter, eine Verkaufs-Limit-Order nur zum Limit oder darüber. Bis zur Ausführung liegt die Order sichtbar im Order Book und stellt dort selbst Liquidität bereit – deshalb zählen Limit Orders als „Maker“-Orders, während Market Orders als „Taker“ Liquidität entnehmen. Manche Börsen vergüten Maker-Orders mit niedrigeren Gebühren. Wird das Limit innerhalb der aktuellen Spanne platziert, kann die Order den Bid-Ask-Spread teilweise umgehen: Statt am Ask zu kaufen, wartet der Trader, bis ein Verkäufer zum eigenen Preis liefert.
Der Trade-off: Preis gegen Ausführung
Die Limit Order dreht das Risiko der Market Order um: Statt Preisunsicherheit trägt der Trader Ausführungsunsicherheit. Drei Szenarien sind typisch: Die Order füllt vollständig zum Limit oder besser; sie füllt teilweise (Partial Fill), wenn am Limitpreis nicht genug Volumen steht; oder sie füllt gar nicht, weil der Kurs das Limit nie erreicht – der Trade entgeht. Besonders bitter ist das Szenario „Kurs dreht einen Tick vor dem Limit“: Das geplante Setup läuft ohne den Trader. Wer Ausführung priorisiert, kombiniert deshalb Limit-Logik mit Toleranz (Limit leicht über dem Wunschpreis) oder nutzt für zeitkritische Exits Market Orders.
Einsatz im Trading-Alltag
Limit Orders sind das Werkzeug geplanter Einsätze: Einstieg am Retest eines Levels, Nachkauf an einer Zone, Gewinnmitnahme am Kursziel (Take-Profit-Orders sind technisch Verkaufs-Limit-Orders). In Kombination mit Stop-Logik entstehen komplexere Typen wie die Stop-Limit-Order oder OCO-Strukturen. Gültigkeitszusätze (GTC, IOC, FOK) steuern, wie lange und wie vollständig die Order im Markt bleibt.
Bedeutung für Trader
Die Wahl zwischen Limit und Market ist eine bewusste Kostenentscheidung: Preiskontrolle und Spread-Ersparnis gegen Ausführungssicherheit. Im GlanWick-Simulator lassen sich beide Ordertypen beispielhaft am selben Setup vergleichen – GlanWick ist ein Trainings- und Simulationstool und selbst keine Prop-Firm.
Execution Beispiel
Eine Aktie notiert 50,02 € (Ask) zu 49,98 € (Bid). Ein Trader (100.000-€-Konto, 1.000 € Risiko = 1R) plant den Einstieg am Retest der 50-€-Zone und platziert eine Kauf-Limit-Order über 2.000 Stück bei 50,00 €, gültig GTC.
- Platzierung: Die Order liegt bei 50,00 € im Buch – 2 Cent unter dem aktuellen Ask. Gegenüber einer sofortigen Market Order spart das bei Ausführung 2.000 × 0,02 = 40 € Spread-Kosten.
- Szenario A (Füllung): Der Kurs läuft auf 50,00 € zurück, die Order füllt vollständig. Stop 49,50 € (0,50 € Abstand) → exakt 1.000 € Risiko, wie geplant.
- Szenario B (Partial Fill): Am Limit stehen nur 800 Stück Gegenvolumen → die Order füllt teilweise; der Rest bleibt im Buch. Der Trader muss entscheiden: Rest stehen lassen, nachziehen oder streichen.
- Szenario C (keine Füllung): Der Kurs dreht bei 50,05 € nach oben – der Trade entgeht. Kosten: 0R. Das ist der bewusst akzeptierte Preis für die Preiskontrolle; nachjagen per Market Order wäre ein neues Setup, keine Korrektur.
Execution Risk & Errors
Limit Orders für zeitkritische Exits nutzen, wo Ausführung wichtiger ist als Preis
Nach einer nicht gefüllten Limit Order dem Kurs per Market Order hinterherjagen
Partial Fills nicht managen und Restorders vergessen im Buch liegen lassen
Das Limit exakt auf ein rundes Level legen, wo viele Orders konkurrieren
Gültigkeitszusätze (GTC/IOC/FOK) ignorieren und Orders unbeabsichtigt über Tage aktiv lassen
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Limit Order und Market Order?
Die Market Order garantiert die Ausführung, aber nicht den Preis; die Limit Order garantiert den Preis (oder besser), aber nicht die Ausführung. Die Wahl hängt davon ab, was im konkreten Fall wichtiger ist.
Kann eine Limit Order zu einem besseren Preis als dem Limit füllen?
Ja – das Limit ist der schlechteste akzeptierte Preis. Eröffnet der Markt etwa mit einem Gap unter dem Kauf-Limit, füllt die Order zum besseren Eröffnungskurs.
Warum wurde meine Limit Order nicht ausgeführt, obwohl der Kurs das Limit berührt hat?
Am Limitpreis gilt Zeitpriorität: Orders, die früher im Buch lagen, füllen zuerst. Reicht das gehandelte Volumen nicht bis zur eigenen Position in der Warteschlange, bleibt die Order offen.
Was bedeuten GTC, IOC und FOK?
Good-till-cancelled bleibt bis zum Widerruf aktiv; Immediate-or-cancel füllt sofort so viel wie möglich und streicht den Rest; Fill-or-kill füllt nur vollständig oder gar nicht.