Bid-Ask-Spread

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    Grundbegriffe der Preisbildung

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    GlanWick Team

    Zuletzt geprüft

    · Methodik

    Der Bid-Ask-Spread ist die Differenz zwischen dem höchsten Kaufgebot (Bid) und dem niedrigsten Verkaufsangebot (Ask) eines Markts. Er ist die unsichtbare Grundgebühr jedes Trades: Wer zu Marktpreisen kauft und sofort wieder verkauft, verliert genau den Spread. Enge Spreads signalisieren hohe Liquidität, weite Spreads illiquide Werte oder nervöse Marktphasen.

    Context & Mechanics

    Definition

    In jedem Order Book stehen sich zwei Seiten gegenüber: das Bid – der höchste Preis, den ein Käufer aktuell zahlt – und das Ask (auch Offer) – der niedrigste Preis, zu dem ein Verkäufer abgibt. Die Differenz ist der Bid-Ask-Spread. Notiert eine Aktie 49,98 zu 50,02 €, beträgt der Spread 0,04 € oder 0,08 %. Eine Market Order kauft am Ask und verkauft am Bid – der Spread ist damit der Betrag, den ein sofortiger Roundtrip kostet, noch vor jeder Kommission.

    Wovon die Spread-Breite abhängt

    Liquidität: Je mehr Teilnehmer und Volumen, desto enger der Spread – große Indizes und Forex-Majors handeln oft mit Bruchteilen eines Basispunkts, Nebenwerte mit einem Prozent und mehr. Volatilität: In Nachrichtenphasen weiten Market Maker die Spreads, weil ihr Inventarrisiko steigt – rund um Zahlenveröffentlichungen kann sich der Spread vervielfachen. Handelszeit: Außerhalb der Hauptsession (vor-/nachbörslich, Forex-Rollover) dünnt die Liquidität aus und Spreads weiten sich systematisch.

    Der Spread als Kostenfaktor

    Für Positionstrader mit großen Zielen ist der Spread Rundungsfehler; für hochfrequente Stile ist er die dominante Kostengröße. Ein Scalper mit 10-Cent-Zielen verliert bei 4 Cent Spread 40 % seines Bruttogewinns pro Trade – dieselbe Strategie kann in einem engen Markt profitabel und in einem weiten strukturell verlustig sein. Deshalb gehört der Spread in jede Backtesting-Kalkulation und in die Wahl des Handelsinstruments. Limit Orders umgehen den Spread teilweise, weil sie innerhalb der Spanne platziert werden können – bezahlt wird dafür mit Ausführungsunsicherheit.

    Bedeutung für Trader

    Der Spread ist die ehrlichste Liquiditätsanzeige eines Markts und die Grundgebühr jeder Strategie. Wer seine Ø-Trade-Größe kennt, kann ausrechnen, welchen Anteil der Spread am erwarteten Gewinn frisst. Im GlanWick-Simulator fließen Spread-Kosten beispielhaft in die Trade-Auswertung ein – GlanWick ist ein Trainings- und Simulationstool und selbst keine Prop-Firm.

    Execution Beispiel

    Eine Aktie notiert 49,98 € (Bid) zu 50,02 € (Ask). Ein Trader (100.000-€-Konto) kauft 2.000 Stück per Market Order und vergleicht die Spread-Kosten mit seinem Setup: Scalp mit 0,10 € Ziel versus Swing mit 2 € Ziel.

    1. Spread: 50,02 − 49,98 = 0,04 € (0,08 %). Kauf füllt am Ask: 2.000 × 50,02 = 100.040 €.
    2. Sofortiger Roundtrip: Verkauf am Bid 49,98 € → Verlust 2.000 × 0,04 = 80 € – die reine Spread-Gebühr, ohne dass sich der Markt bewegt hat.
    3. Scalp-Rechnung: Ziel +0,10 € → Bruttogewinn 200 €, davon 80 € Spread = 40 % Kostenquote. Die Strategie braucht eine sehr hohe Trefferquote, um das zu tragen.
    4. Swing-Rechnung: Ziel +2,00 € → Bruttogewinn 4.000 €, Spread-Anteil 2 % – vernachlässigbar. Gleicher Spread, völlig andere Relevanz: Die Haltedauer bestimmt, wie schwer der Spread wiegt.

    Execution Risk & Errors

    1

    Spread-Kosten im Backtest und in der Trade-Planung ignorieren

    2

    Scalping-Strategien in Werten mit breitem Spread handeln

    3

    In Nachrichtenphasen oder außerhalb der Hauptsession Market Orders nutzen, wenn Spreads geweitet sind

    4

    Den Mid-Price als erzielbaren Preis kalkulieren, obwohl Market Orders am Bid/Ask füllen

    5

    Spread und Kommission verwechseln und die Gesamtkosten unterschätzen

    Häufige Fragen

    Wer verdient am Bid-Ask-Spread?

    Vor allem Market Maker: Sie stellen dauerhaft Bid und Ask und vereinnahmen die Differenz als Vergütung für Liquidität und Inventarrisiko. Bei manchen Brokern ist der Spread zugleich das Gebührenmodell.

    Warum weiten sich Spreads bei Nachrichten?

    Weil das Risiko der Liquiditätsgeber steigt: Kursspünge können ihr Inventar entwerten. Sie schützen sich mit breiteren Spannen – die Handelskosten steigen genau dann, wenn viele handeln wollen.

    Wie kann ich Spread-Kosten reduzieren?

    Liquide Instrumente und Haupthandelszeiten wählen, Limit Orders innerhalb der Spanne platzieren und Strategien so kalibrieren, dass das Kursziel ein Vielfaches des Spreads beträgt.

    Was sagt der Spread über einen Markt aus?

    Er ist ein direktes Liquiditätsmaß: enge Spreads = viele aktive Teilnehmer und geringe Sofortkosten; weite Spreads = dünnes Buch, höhere Kosten und größeres Slippage-Risiko.

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