Scalping
Kategorie
Trading-Stile & Zeithorizonte
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Trading-Stile
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· Methodik
Scalping ist der kurzfristigste Trading-Stil: viele Trades mit Haltedauern von Sekunden bis Minuten, die jeweils nur wenige Punkte oder Pips Gewinn anstreben. Weil die Zielgewinne winzig sind, entscheiden Spread, Slippage und Gebühren über die Profitabilität – und viele Prop-Firms und Broker begrenzen Scalping durch Mindesthaltedauern oder Konsistenzregeln.
Context & Mechanics
Funktionsweise
Scalper suchen Situationen, in denen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit wenige Punkte Bewegung abgreifen lassen: Rückläufe an Intraday-Levels, Reaktionen im Orderfluss, Ineffizienzen nach schnellen Bewegungen. Haltedauern reichen von Sekunden bis zu wenigen Minuten, die Frequenz ist hoch – Dutzende Trades pro Session sind üblich. Der Stil verlangt liquide Märkte mit engem Bid-Ask-Spread, schnelle Ausführung und volle Konzentration.
Kosten sind der Kern der Rechnung
Weil Zielgewinne winzig sind, dominieren Transaktionskosten die Bilanz. Jeder Einstieg zahlt den Spread, jede Market Order riskiert Slippage, dazu kommen Kommissionen. Ein Edge, der auf dem Papier funktioniert, kann allein durch einen Punkt Spread unprofitabel werden – die Break-even-Trefferquote steigt spürbar. Scalping-Strategien müssen deshalb immer nach Kosten gerechnet werden, nicht nach Brutto-Bewegung.
Psychologische und regulatorische Grenzen
Hohe Frequenz bedeutet viele Entscheidungen unter Zeitdruck – ideale Bedingungen für Overtrading und Impulsfehler nach Verlusten. Prop-Firms setzen dem Stil zusätzlich Grenzen: Mindesthaltedauern, Konsistenzregeln, News-Trading-Verbote oder Slippage-Klauseln; einzelne Anbieter schließen extrem kurzes Halten ganz aus. Vor einer Challenge gehört das Regelwerk deshalb vollständig geprüft.
Abgrenzung
Day Trading hält Positionen Minuten bis Stunden, Swing Trading Tage bis Wochen. Scalping ist die kürzeste und operativ anspruchsvollste Stufe: Es ersetzt die Analysezeit längerer Stile durch Ausführungsqualität und Disziplin. Ohne belastbare Statistik über hunderte Trades lässt sich ein Scalping-Edge nicht von Zufall unterscheiden.
Execution Beispiel
Ein Scalper handelt DAX-CFDs mit 5 Punkten Ziel und 4 Punkten Stop bei 25 € je Punkt, im Schnitt 30 Trades pro Tag. Der Spread beträgt 1 Punkt.
- Kostenwirkung: Der Spread von 1 Punkt senkt jeden Gewinner effektiv auf 4 Punkte (100 €) und erhöht jeden Verlierer auf 5 Punkte (125 €).
- Break-even-Trefferquote: 125 ÷ (100 + 125) ≈ 56 % – ohne Spread läge sie bei nur 44 %.
- Tagesrechnung bei 60 % Trefferquote und 30 Trades: 18 × 100 € − 12 × 125 € = +300 €.
- Sensitivität: Schon bei 55 % Trefferquote kippt derselbe Tag auf rund −38 € – die Marge des Stils ist hauchdünn, jede Kostenerhöhung wirkt direkt aufs Ergebnis.
Execution Risk & Errors
Spread und Kommissionen in der Erwartungswert-Rechnung ignorieren
In illiquiden Randzeiten scalpen, wenn Spreads breit und Bewegungen erratisch sind
Nach Verlusten die Frequenz erhöhen und in Overtrading rutschen
Prop-Firm-Regeln (Mindesthaltedauer, Konsistenzregel, News-Verbote) nicht prüfen
Ohne automatische Stops handeln, weil „der Trade ja nur Sekunden dauert“
Häufige Fragen
Wie viele Trades macht ein Scalper pro Tag?
Je nach Strategie und Markt zwischen einem Dutzend und mehreren hundert. Entscheidend ist nicht die Anzahl, sondern dass jeder Trade demselben geprüften Setup folgt und die Kosten je Trade in der Erwartungswert-Rechnung enthalten sind.
Erlauben Prop-Firms Scalping?
Viele ja, aber mit Einschränkungen: Mindesthaltedauern, Konsistenzregeln, News-Trading-Verbote oder Slippage-Klauseln sind verbreitet, einzelne Anbieter schließen extrem kurzes Halten aus. Das Regelwerk der jeweiligen Firm gehört vor der Challenge vollständig geprüft.
Welche Märkte eignen sich zum Scalping?
Hochliquide Instrumente mit engen Spreads und hoher Aktivität – etwa Index-Futures, große Währungspaare oder umsatzstarke Aktien zur Haupthandelszeit. In illiquiden Randzeiten steigen Spread und Slippage und zerstören die knappe Marge des Stils.
Warum scheitern viele Scalping-Ansätze?
Meist an den Kosten: Spread, Kommission und Slippage verschieben die Break-even-Trefferquote deutlich nach oben. Dazu kommt die operative Belastung – viele Entscheidungen unter Zeitdruck begünstigen Overtrading und Impulsfehler nach Verlusten.