Trailing Stop
Kategorie
Risiko- & Money-Management
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Stop-Loss-Methodik
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· Methodik
Ein Trailing Stop ist eine Stop-Loss-Order, die dem Kurs in festgelegtem Abstand automatisch nachgezogen wird – im Long-Trade nach oben, nie zurück. Er sichert aufgelaufene Gewinne, ohne das Gewinnpotenzial hart zu deckeln. Der Preis dafür: In Seitwärtsphasen wird er häufiger ausgelöst als ein statischer Stop.
Context & Mechanics
Funktionsweise
Ein Trailing Stop ist ein Stop-Loss, der sich automatisch mit dem Kurs bewegt – im Long-Trade nach oben, im Short-Trade nach unten, niemals entgegen der Trade-Richtung. Der Abstand wird beim Platzieren definiert: als fester Betrag, in Prozent oder volatilitätsbasiert. Steigt der Kurs im Long-Trade auf ein neues Hoch, rückt der Stop im gewählten Abstand nach; fällt der Kurs, bleibt der Stop stehen. Wird er erreicht, entsteht daraus eine Market Order.
Den Abstand wählen
Der Abstand entscheidet über den Charakter: Eng nachgezogene Stops sichern schnell, werden aber von normalem Marktrauschen ausgelöst; weite Stops geben der Bewegung Raum, geben dafür mehr Buchgewinn zurück. Volatilitätsbasierte Varianten wie der ATR-Stop koppeln den Abstand an die aktuelle Schwankungsbreite und passen sich Marktphasen an – in ruhigen Phasen enger, in volatilen weiter.
Abgrenzung zu Take-Profit und Break-Even
Ein Take-Profit deckelt den Gewinn an einem festen Ziel; der Trailing Stop lässt Gewinne grundsätzlich weiterlaufen und beendet den Trade erst am Rücklauf. Der Break-Even-Stop ist die einfachste Vorstufe: einmalig auf Einstand ziehen, danach statisch. Trendfolge-Strategien kombinieren häufig Teilverkäufe am Ziel mit einem Trailing Stop für die Restposition.
Prop-Trading-Bezug
Das Prinzip existiert auch auf Kontoebene: Der Trailing Drawdown vieler Prop-Firms zieht die Verlustgrenze mit dem Konto-Hoch nach – dieselbe Mechanik, angewandt auf die gesamte Equity statt auf einen einzelnen Trade. Wer beide Ebenen versteht, vermeidet den klassischen Fehler, Buchgewinne vollständig zurückzugeben.
Execution Beispiel
Ein Trader kauft eine Aktie bei 100 € mit initialem Stop bei 96 € und zieht einen Trailing Stop mit 4 € Abstand nach. Die Aktie steigt auf 112 € und läuft anschließend zurück.
- Kurs 104 € → Stop rückt auf 100 € (Einstand): Ab hier trägt der Trade auf Kursbasis kein Verlustrisiko mehr.
- Kurs 112 € (Hoch) → Stop steht bei 108 €.
- Rücklauf: Bei 108 € wird verkauft → +8 € je Aktie realisiert statt +12 € unrealisiert am Hoch.
- Vergleich: Ein statischer Stop bei 96 € hätte den gesamten Rücklauf ausgehalten – aber auch einen Rückfall auf 97 € ohne jede Gewinnmitnahme; ein fixes Take-Profit bei 106 € hätte früher realisiert und den Rest der Bewegung verpasst.
Execution Risk & Errors
Abstand so eng wählen, dass normales Marktrauschen den Stop auslöst
Trailing-Abstand ohne Bezug zur Volatilität (z. B. ATR) festlegen
Den Stop manuell wieder nach unten setzen und die Schutzfunktion aushebeln
Trailing Stops in Seitwärtsmärkten einsetzen, wo sie systematisch zu früh aussteigen
Nicht prüfen, ob der Broker den Stop serverseitig führt oder nur in der Plattform
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Stop-Loss und Trailing Stop?
Der klassische Stop-Loss bleibt auf einem festen Niveau, der Trailing Stop zieht in definiertem Abstand mit dem Kurs nach – ausschließlich in Trade-Richtung. Beide werden bei Auslösung standardmäßig zur Market Order.
Welcher Abstand ist beim Trailing Stop üblich?
Das hängt von Zeitebene und Volatilität ab. Verbreitet ist die Kopplung an die Average True Range, häufig im Bereich des Ein- bis Dreifachen der ATR – in ruhigen Märkten enger, in volatilen weiter. Einen pauschal richtigen Wert gibt es nicht.
Wird ein Trailing Stop immer zum Stop-Kurs ausgeführt?
Nein. Beim Auslösen entsteht eine Market Order, die zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt wird. In schnellen Märkten oder über Kurslücken kann der tatsächliche Ausstieg schlechter liegen – das ist Slippage.
Was verbindet Trailing Stop und Trailing Drawdown?
Dieselbe Mechanik auf verschiedenen Ebenen: Der Trailing Stop folgt dem Kurs eines Trades, der Trailing Drawdown vieler Prop-Firms folgt dem Höchststand des Kontos und zieht die maximale Verlustgrenze mit nach oben.