Evaluation
Kategorie
Prop Trading & Funded Accounts
Unterkategorie
Prop-Firm-Modelle
Kuratiert von
Zuletzt geprüft
· Methodik
Die Evaluation ist die kostenpflichtige Prüfungsphase, über die eine Prop-Firm Trader auswählt: In einer oder zwei Phasen muss ein Gewinnziel erreicht werden, ohne Daily Loss Limit oder Overall Loss Limit zu verletzen. Wer besteht, erhält ein Funded Account mit Profit Split; jeder gescheiterte Versuch kostet erneut die Gebühr oder einen bezahlten Reset.
Context & Mechanics
Zweck und Ablauf
Die Evaluation ist der Filter im Geschäftsmodell jeder Prop-Firm: Statt Lebensläufe zu prüfen, verkauft der Anbieter einen standardisierten Test. Der Trader zahlt eine Gebühr (häufig 100–700 €, steigend mit der Kontogröße) und handelt ein virtuelles Konto, auf dem ein Gewinnziel erreicht werden muss – ohne die definierten Verlustgrenzen zu verletzen. Verbreitete Formate sind die Two-Step-Challenge mit zwei Phasen (typisch 8 % und 5 % Ziel), die One-Step-Challenge mit einer Phase und strengeren Regeln sowie Instant Funding, das die Evaluation gegen striktere Limits und niedrigeren Profit Split ganz überspringt.
Die Regeln im Detail
In allen Formaten gelten harte Grenzen: ein Daily Loss Limit von typisch 4–5 % und ein Overall Loss Limit von typisch 8–10 %, teils als Trailing-Variante. Dazu kommen Mindesthandelstage, Consistency Rules oder News-Trading-Einschränkungen. Entscheidend sind die Definitionsdetails des Anbieters: Zählt die Equity inklusive offener Positionen oder nur die Balance? Wird intraday oder zum Tagesschluss gemessen? Wer diese Fragen nicht beantworten kann, kennt seine tatsächlichen Grenzen nicht.
Ökonomie der Evaluation
Historisch besteht nur eine Minderheit der Teilnehmer – die Gebühren gescheiterter Versuche sind eine zentrale Erlösquelle vieler Anbieter. Gescheiterte Versuche erfordern eine neue Gebühr oder einen bezahlten Reset; einige Anbieter erstatten die Gebühr mit der ersten Auszahlung. Die Evaluation läuft fast immer auf Simulationskonten, nicht am realen Markt.
Bedeutung für Trader
Der häufigste Fehler ist, eine Evaluation nach dem Preis statt nach dem Regelwerk auszuwählen – und sie zu starten, bevor die eigene Strategie nachweislich zu den Limits passt. Wer Drawdown-Statistik und Regelwerk vorab abgleicht und unter realistischen Bedingungen trainiert, reduziert bezahlte Fehlversuche deutlich. Im GlanWick-Simulator lassen sich Evaluations-Bedingungen mit Gewinnzielen und Loss Limits risikofrei nachstellen – GlanWick ist ein Trainings- und Simulationstool und selbst keine Prop-Firm.
Execution Beispiel
Ein Trader vergleicht zwei Evaluationen über nominell 100.000 €: eine Two-Step-Challenge (500 € Gebühr, Ziele 8 % und 5 %, statisches Overall Loss Limit 10 %) und eine One-Step-Challenge (600 € Gebühr, Ziel 10 %, Trailing Drawdown 6 %).
- Two-Step: kumuliert 13.000 € Zielgewinn über zwei Phasen, dafür ein fester Puffer von 10.000 € unter dem Startkapital – mehr Prüfzeit, mildere Grenzen.
- One-Step: 10.000 € Ziel in einer Phase, aber die Verlustgrenze folgt jedem Equity-Hoch im Abstand von 6.000 € – Zwischengewinne vergrößern den Puffer nicht.
- Kostenblick: Zwei gescheiterte Versuche kosten bereits 1.000–1.200 € – historisch besteht nur eine Minderheit im ersten Anlauf; die Gebühr ist eine wiederkehrende Kostenposition.
- Entscheidung: Der Trader wählt anhand seiner eigenen Drawdown-Statistik (max. 7 % im Backtest) das Modell mit statischer Grenze – nicht anhand des Preises.
Execution Risk & Errors
Evaluation nach Preis statt nach Regelwerk auswählen
Balance- und Equity-basierte Verlustgrenzen des Anbieters verwechseln
Gebühren als Einmalkosten statt als wiederkehrende Kosten kalkulieren
Kurz vor dem Gewinnziel die Positionsgröße erhöhen und die Limits reißen
Mindesthandelstage und Zusatzregeln erst nach dem Start lesen
Häufige Fragen
Was kostet eine Evaluation?
Je nach Kontogröße und Anbieter meist zwischen 100 € und 700 € pro Versuch. Jeder gescheiterte Versuch erfordert eine neue Gebühr oder einen bezahlten Reset – die Kosten sind wiederkehrend, nicht einmalig.
Was ist der Unterschied zwischen Two-Step, One-Step und Instant Funding?
Die Two-Step-Challenge prüft in zwei Phasen mit historisch milderen Grenzen. Die One-Step-Challenge hat nur eine Phase, aber oft einen strengeren Trailing Drawdown. Instant Funding überspringt die Evaluation gegen striktere Limits und niedrigeren Profit Split.
Woran scheitern die meisten Teilnehmer?
Historisch an der Verletzung der Verlustgrenzen, nicht am Gewinnziel – häufig durch zu große Positionen kurz vor dem Ziel oder nach einer Verlustserie.
Kann ich eine Evaluation vorher üben?
Ja. Im GlanWick-Simulator lassen sich Gewinnziele, Daily Loss Limit und Drawdown-Varianten einer Evaluation risikofrei nachstellen, bevor Geld für einen Versuch ausgegeben wird.