VWAP (Volume Weighted Average Price)

    Kategorie

    Klassische Technische Analyse

    Unterkategorie

    Volumen-Indikatoren

    Kuratiert von

    GlanWick Team

    Zuletzt geprüft

    · Methodik

    Der VWAP (Volume Weighted Average Price) ist der volumengewichtete Durchschnittskurs eines Handelstages: Summe aus Preis × Volumen aller Transaktionen geteilt durch das Gesamtvolumen. Er zeigt, zu welchem Kurs der „durchschnittliche Euro“ gehandelt wurde. Institutionelle nutzen ihn als Ausführungs-Benchmark, Intraday-Trader als dynamische Referenzlinie für über- oder unterbewertete Kurse relativ zum Tagesgeschäft.

    Context & Mechanics

    Definition und Berechnung

    Der VWAP gewichtet jeden gehandelten Kurs mit dem zugehörigen Volumen: VWAP = Σ(Preis × Volumen) ÷ Σ Volumen, kumuliert ab Handelsbeginn. Anders als ein Moving Average, der nur Schlusskurse mittelt, fließt die tatsächliche Handelsaktivität ein: Ein Kurs, zu dem 500.000 Stück umgingen, prägt den VWAP stärker als einer mit 5.000 Stück. Der Indikator startet täglich neu und ist deshalb ein reines Intraday-Werkzeug.

    Wofür der VWAP genutzt wird

    Als Benchmark: Institutionelle Desks messen Ausführungsqualität am VWAP – ein Kauf unter VWAP gilt als gute Ausführung. Große Orders werden von VWAP-Algorithmen über den Tag verteilt, um den Marktdurchschnitt zu treffen. Als Trading-Referenz: Intraday-Trader lesen den VWAP als faire-Wert-Linie des Tages. Verbreitete Heuristiken: Kurs deutlich über VWAP = kurzfristig überdehnt (Mean-Reversion-Setups zurück zur Linie), VWAP als dynamische Support- bzw. Resistance-Zone in Trendphasen, und die VWAP-Seite als Trendfilter (über VWAP bevorzugt long, darunter short). Ergänzend zeigen Standardabweichungs-Bänder um den VWAP, wie weit der Kurs vom volumengewichteten Mittel entfernt ist.

    Grenzen

    Der VWAP ist ein nachlaufender Durchschnitt: In starken Trends bleibt der Kurs stundenlang auf einer Seite, und spät im Tag wird die Linie träge, weil das kumulierte Volumen sie stabilisiert. Heuristiken wie „über VWAP kaufen“ sind keine Strategie, sondern Kontext – ihre historische Trefferquote gehört ins eigene Journal, nicht ins Bauchgefühl.

    Bedeutung für Trader

    Der VWAP verbindet Preis und Volumen zu einer einzigen, objektiven Referenzlinie für den Handelstag. Im GlanWick-Chart lässt sich der VWAP samt Bändern auf historische Sessions legen und beispielhaft testen – GlanWick ist ein Trainings- und Simulationstool und selbst keine Prop-Firm.

    Execution Beispiel

    Eine Aktie eröffnet bei 50 €. In der ersten Stunde werden 100.000 Stück zu Ø 50,20 € gehandelt, in der zweiten 300.000 Stück zu Ø 49,80 €, in der dritten 100.000 Stück zu Ø 50,40 €. Ein Trader prüft um 12:00 Uhr, ob der aktuelle Kurs von 50,60 € relativ zum Tagesgeschäft teuer ist.

    1. Zähler: 100.000 × 50,20 + 300.000 × 49,80 + 100.000 × 50,40 = 5.020.000 + 14.940.000 + 5.040.000 = 25.000.000 €.
    2. Nenner: 500.000 Stück Gesamtvolumen.
    3. VWAP: 25.000.000 ÷ 500.000 = 50,00 € – die volumenstarke zweite Stunde zieht den Durchschnitt unter das arithmetische Mittel der Stundenkurse (50,13 €).
    4. Einordnung: Der aktuelle Kurs von 50,60 € liegt 0,60 € (1,2 %) über dem VWAP – relativ zum Tagesgeschäft teuer. Ein Mean-Reversion-Trader wartet auf Rücksetzer Richtung 50 €; ein Trendfolger wertet die VWAP-Seite als Long-Kontext.

    Execution Risk & Errors

    1

    Den VWAP auf höheren Zeitebenen oder über mehrere Tage interpretieren, obwohl er täglich neu startet

    2

    VWAP-Heuristiken als Strategie behandeln statt als Kontext und sie nie im Journal validieren

    3

    Den VWAP mit einem gleitenden Durchschnitt der Schlusskurse verwechseln

    4

    Spät im Tag auf VWAP-Rückläufe setzen, wenn die Linie durch kumuliertes Volumen träge geworden ist

    5

    In illiquiden Werten handeln, wo wenige Blocktrades den VWAP verzerren

    Häufige Fragen

    Was unterscheidet VWAP und Moving Average?

    Der Moving Average mittelt nur Kurse über eine feste Periodenzahl; der VWAP gewichtet jeden Kurs mit dem gehandelten Volumen und startet jeden Handelstag neu. Er zeigt, wo das Geld des Tages tatsächlich umging.

    Warum nutzen institutionelle Trader den VWAP?

    Als Ausführungs-Benchmark: Große Orders werden über den Tag verteilt, um den volumengewichteten Durchschnitt zu treffen. Die Abweichung vom VWAP misst die Qualität der Ausführung.

    Funktioniert der VWAP auch für Swing-Trading?

    Der klassische VWAP ist ein Intraday-Werkzeug, weil er täglich neu startet. Für längere Horizonte existieren verankerte Varianten (Anchored VWAP), die an einem gewählten Ereignis beginnen.

    Was bedeuten die Bänder um den VWAP?

    Standardabweichungs-Bänder zeigen, wie weit der Kurs vom volumengewichteten Mittel entfernt ist – ähnlich Bollinger-Bändern, aber auf VWAP-Basis. Sie helfen, Überdehnungen einzuordnen.

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