Long & Short
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Trading-Stile & Zeithorizonte
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Diskretionäre Methodologien
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· Methodik
Long und Short bezeichnen die beiden Grundrichtungen einer Position: Long profitiert von steigenden, Short von fallenden Kursen. Beim Shorten wird ein geliehener oder synthetischer Wert verkauft, um ihn später günstiger zurückzukaufen. Das Risikoprofil ist asymmetrisch: Ein Long kann maximal 100 % verlieren, ein ungesicherter Short theoretisch unbegrenzt – Stop-Management ist beim Shorten Pflicht.
Context & Mechanics
Long: die intuitive Richtung
Eine Long-Position ist der klassische Kauf: erst günstig erwerben, später teurer verkaufen. Gewinn und Verlust laufen linear mit dem Kurs, der maximale Verlust ist auf den Einsatz begrenzt (Totalverlust bei Kurs null, ohne Hebel). Long ist die natürliche Ausrichtung der meisten Märkte – Aktienindizes etwa steigen langfristig historisch –, weshalb Short-Strategien strukturell gegen diesen Aufwärtsdrift arbeiten.
Short: verkaufen, was man nicht besitzt
Eine Short-Position dreht die Reihenfolge um: Der Trader verkauft zuerst und kauft später zurück. Klassisch geschieht das über Wertpapierleihe – die Aktie wird geliehen, verkauft und später zurückgekauft („Covering“); die Differenz ist der Gewinn oder Verlust. Im CFD-, Futures- und Perpetual-Handel entsteht die Short-Position synthetisch per Kontrakt, ohne physische Leihe. Shorten verursacht laufende Kosten: Leihgebühren, bei Aktien die Erstattung von Dividenden an den Verleiher, bei Perpetuals ggf. die Funding Rate.
Die Asymmetrie des Risikos
Der entscheidende Unterschied liegt im Extremfall: Ein Long kann maximal den Einsatz verlieren – ein ungesicherter Short theoretisch unbegrenzt, weil Kurse beliebig steigen können. Dazu kommt das Short-Squeeze-Risiko: Steigt der Kurs stark, müssen Shorts zurückkaufen, was den Anstieg weiter befeuert – dieselbe Kaskadenlogik wie bei Liquidationen, nur aufwärts. Ein konsequenter Stop-Loss und moderate Positionsgrößen sind beim Shorten deshalb keine Kür, sondern Grundvoraussetzung. Regulatorisch gelten für Leerverkäufe je nach Markt Meldepflichten und zeitweise Einschränkungen; die Regeln variieren je Jurisdiktion und Anbieter.
Bedeutung für Trader
Wer beide Richtungen beherrscht, kann in jedem Marktregime Setups finden und Portfolios absichern (Hedging) – die Long/Short-Ratio eines Markts dient zudem als Sentiment-Indikator. Im GlanWick-Simulator lassen sich Long- und Short-Szenarien beispielhaft und ohne echtes Kapital durchspielen – GlanWick ist ein Trainings- und Simulationstool und selbst keine Prop-Firm.
Execution Beispiel
Eine Aktie hat eine Unterstützung bei 50 € gebrochen und retestet das Level von unten. Ein Trader (100.000-€-Konto, 1.000 € Risiko = 1R) plant einen Short: Entry 50,00 €, Stop über dem Retest-Hoch bei 50,50 €, Ziel an der nächsten Unterstützung bei 47 €.
- Positionsgröße: 1.000 € Risiko ÷ 0,50 € Stop-Abstand = 2.000 Stück. Verkauf von 2.000 geliehenen Stück zu 50,00 € → Erlös 100.000 €.
- Zielrechnung: Rückkauf bei 47 € kostet 94.000 € → Gewinn 6.000 € = +6R (3,00 € Kursgewinn ÷ 0,50 € Risiko), abzüglich Leihgebühren und Kommissionen.
- Stop-Szenario: Steigt der Kurs auf 50,50 €, kauft der Stop 2.000 Stück zurück → Verlust 1.000 € = −1R, wie geplant.
- Asymmetrie-Check: Ohne Stop wäre das Risiko offen – ein Kurssprung auf 60 € (etwa durch eine Übernahmemeldung) kostete 20.000 € = 20 % des Kontos. Genau deshalb ist der Stop beim Short nicht verhandelbar.
Execution Risk & Errors
Shorts ohne Stop-Loss halten, obwohl das Verlustrisiko nach oben unbegrenzt ist
Leihgebühren, Dividenden-Erstattung und Funding-Kosten in der Short-Kalkulation vergessen
Gegen starke Aufwärtstrends shorten, nur weil der Kurs „zu hoch aussieht“
Das Short-Squeeze-Risiko in stark geshorteten Werten ignorieren
Long-Gewohnheiten (z. B. Verluste aussitzen) unreflektiert auf Short-Positionen übertragen
Häufige Fragen
Wie kann ich etwas verkaufen, das ich nicht besitze?
Klassisch über Wertpapierleihe: Der Broker leiht die Aktie, sie wird verkauft und später zurückgekauft. Bei CFDs, Futures und Perpetuals entsteht die Short-Position synthetisch per Kontrakt – ohne physische Leihe.
Warum ist das Short-Risiko unbegrenzt?
Ein Kurs kann maximal auf null fallen (Long-Verlust begrenzt), aber beliebig weit steigen. Ein ungesicherter Short kann daher mehr als den Einsatz verlieren – Stops und moderate Größen sind Pflicht.
Was ist ein Short Squeeze?
Ein sich selbst verstärkender Anstieg: Steigende Kurse zwingen Shorts zum Rückkauf, die Käufe treiben den Kurs weiter und zwingen die nächsten Shorts – besonders heftig in Werten mit hoher Short-Quote und dünnem Angebot.
Was kostet das Halten einer Short-Position?
Je nach Instrument: Leihgebühren (bei knappen Aktien erheblich), Erstattung von Dividenden an den Verleiher, Finanzierungskosten bei CFDs bzw. die Funding Rate bei Perpetuals – alles auf die volle Positionsgröße.