Breakout
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Trading-Stile & Zeithorizonte
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Diskretionäre Methodologien
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· Methodik
Ein Breakout ist der Ausbruch des Kurses aus einer definierten Zone – über einen Widerstand, unter eine Unterstützung oder aus einer Seitwärtsrange. Trader handeln Breakouts, weil dem Ausbruch häufig eine impulsive Anschlussbewegung folgt. Die zentrale Herausforderung ist der False Breakout: ein Ausbruch, der scheitert und zurück in die Range fällt. Volumen und Retest dienen als Bestätigungsfilter.
Context & Mechanics
Definition und Logik
Ein Breakout entsteht, wenn der Kurs ein Level überwindet, an dem er zuvor mehrfach gescheitert ist – eine Resistance nach oben, einen Support nach unten oder die Grenze einer Konsolidierung. Die Logik dahinter: An solchen Levels konzentrieren sich Orders – Stops der Gegenseite, Einstiegsorders der Breakout-Trader, Absicherungen. Bricht das Level, lösen sich diese Orders kaskadenartig aus und erzeugen häufig die impulsive Anschlussbewegung, von der die Strategie lebt. Je länger und enger die vorausgehende Range, desto größer das aufgestaute Ungleichgewicht – Volatilitätskompression (etwa ein Bollinger-Squeeze) erhöht historisch die Ausbruchsqualität.
Das Kernproblem: False Breakouts
Die Mehrzahl der Levelberührungen produziert keine saubere Bewegung – der Kurs stoßen kurz durch, sammelt die Stops ein und fällt zurück (False Breakout, Fakeout). Drei Filter haben sich etabliert: Volumen-Bestätigung – ein echter Ausbruch zieht deutlich überdurchschnittliches Volumen an; Schlusskurs-Regel – erst der Kerzenschluss jenseits des Levels zählt, nicht der Docht; Retest-Entry – statt in den Ausbruch zu kaufen, wartet der Trader auf den Rücklauf zum gebrochenen Level, das nun als umgekehrte Zone dienen sollte. Der Retest verpasst manche Bewegung, verbessert aber Einstiegspreis und Stop-Distanz.
Trade-Struktur
Typisch ist der Stop unter dem zurückeroberten Level bzw. in der Range, das Ziel per Range-Projektion: Die Höhe der Konsolidierung wird an den Ausbruchspunkt angetragen. Eine 2-€-Range projiziert vom Ausbruch bei 50 € ein erstes Ziel bei 52 €. Positionsgröße folgt wie immer dem Abstand zwischen Entry und Stop – nicht umgekehrt.
Bedeutung für Trader
Breakout-Trading ist eines der ältesten systematisierbaren Konzepte – seine Profitabilität steht und fällt mit der Filterqualität gegen False Breakouts, die sich nur per Journal und Backtest messen lässt. Im GlanWick-Chart lassen sich Ranges markieren und Ausbruchs-Setups beispielhaft an historischen Daten durchspielen – GlanWick ist ein Trainings- und Simulationstool und selbst keine Prop-Firm.
Execution Beispiel
Eine Aktie pendelt drei Wochen zwischen 48 € (Support) und 50 € (Resistance). Ein Trader (100.000-€-Konto, 1.000 € Risiko = 1R) plant den Long-Breakout über 50 € mit Volumenfilter und Retest-Entry.
- Ausbruch: Eine Tageskerze schließt bei 50,40 € – über dem Level – mit dem Doppelten des 20-Tage-Ø-Volumens. Beide Filter erfüllt.
- Retest-Entry: Zwei Tage später läuft der Kurs auf 50,10 € zurück und dreht – Einstieg 50,20 €, Stop unter dem Level und dem Retest-Tief bei 49,70 € (0,50 € Abstand) → 2.000 Stück für 1.000 € Risiko.
- Ziel: Range-Höhe 2 € projiziert vom Ausbruch → 52 €. Vom Entry sind das +1,80 € = +3,6R bei vollem Zielerreichen.
- Gegenprobe False Breakout: Hätte die Ausbruchskerze nur per Docht über 50 € gehandelt und unter dem Level geschlossen, wäre kein Setup entstanden – genau diese Disziplin trennt die Strategie von Stop-Kaskaden-Futter.
Execution Risk & Errors
In den Docht statt auf den Kerzenschluss jenseits des Levels handeln
Ausbrüche ohne Volumenbestätigung kaufen
Nach einem verpassten Ausbruch der Bewegung hinterherspringen statt auf den Retest zu warten
Den Stop zu eng am Ausbruchslevel platzieren, wo Retests ihn regelmäßig auslesen
False-Breakout-Quote der eigenen Setups nie im Journal messen
Häufige Fragen
Woran erkenne ich einen echten Breakout?
Sichere Erkennung gibt es nicht – nur Wahrscheinlichkeitsfilter: Kerzenschluss jenseits des Levels, deutlich überdurchschnittliches Volumen, Anschlusskerzen in Ausbruchsrichtung und ein haltender Retest.
Sollte ich den Ausbruch direkt oder den Retest handeln?
Der Direkteinstieg erwischt jede Bewegung, kauft aber teuer und mit weitem Stop. Der Retest-Entry verbessert Preis und Stop-Distanz, verpasst dafür Ausbrüche ohne Rücklauf. Beide Varianten gehören backgetestet.
Was ist ein False Breakout?
Ein Ausbruch, der scheitert: Der Kurs stößt über das Level, löst dort liegende Stops aus und fällt zurück in die Range. Häufig folgt dann eine schnelle Bewegung in die Gegenrichtung.
Wie bestimme ich das Kursziel nach einem Breakout?
Verbreitet ist die Range-Projektion: Die Höhe der Konsolidierung wird an den Ausbruchspunkt angetragen. Alternativ dienen das nächste markante Level oder ein R-Multiple-Ziel als Referenz.