NFP
Kategorie
Makroökonomie & Zentralbanken
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Makroindikatoren
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· Methodik
NFP (Nonfarm Payrolls) ist der monatliche US-Arbeitsmarktbericht: die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft, ergänzt um Arbeitslosenquote und Lohnwachstum. Er erscheint am ersten Freitag des Monats und gehört wegen seiner direkten Wirkung auf die Zinserwartungen zu den volatilsten Terminen im Forex- und Indexhandel.
Context & Mechanics
Was der Bericht enthält
Die NFP (Nonfarm Payrolls) sind das Herzstück des Employment Situation Report des U.S. Bureau of Labor Statistics, veröffentlicht am ersten Freitag des Monats um 8:30 Uhr ET. Drei Kennzahlen stehen im Fokus: die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft (Headline), die Arbeitslosenquote und das Lohnwachstum (Average Hourly Earnings). Wichtig: Die Vormonatswerte werden regelmäßig deutlich revidiert – die Revisionen können die Marktreaktion ebenso prägen wie die Headline.
Wirkung auf die Märkte
Der Arbeitsmarkt ist eine zentrale Stellgröße für die Inflation und damit für den Leitzins: Ein heißer Arbeitsmarkt mit starkem Lohnwachstum spricht für längere Hochzinsphasen, ein schwacher für Zinssenkungen. Die Reaktion ist regimeabhängig – in Phasen der Inflationsbekämpfung können starke Zahlen Aktien belasten („good news is bad news“), in Wachstumssorgen-Phasen stützen sie. Wie bei allen Makro-Daten zählt die Abweichung vom Konsens, nicht der Absolutwert.
Der Release als Trading-Ereignis
NFP-Minuten sind berüchtigt für Spike-Bewegungen und Whipsaws: Die erste Reaktion auf die Headline dreht häufig, sobald Revisionen, Löhne und Quote eingeordnet sind. Spreads weiten sich auf ein Mehrfaches, die Liquidität dünnt aus, Stops füllen mit Slippage – besonders in Dollar-Paaren und Index-Futures. Viele regelbasierte Trader bleiben um den Termin flach; Prop-Firm-Programme kennen teils explizite News-Trading-Verbote. Die Volatilität bleibt oft die gesamte Session erhöht.
Bedeutung für Trader
Wer Konsens, Revisionen und das aktuelle Regime kennt, kann NFP-Reaktionen einordnen, statt ihnen hinterherzulaufen. Im GlanWick-Chart lassen sich historische NFP-Reaktionen beispielhaft nachvollziehen – GlanWick ist ein Trainings- und Simulationstool und selbst keine Prop-Firm.
Execution Beispiel
Der Konsens erwartet +180.000 neue Stellen. Veröffentlicht werden +310.000, das Lohnwachstum liegt über der Erwartung, die Vormonate werden um −60.000 revidiert. Ein Forex-Trader (100.000-€-Konto) beobachtet EUR/USD um den Release, ohne offene Position.
- Überraschung: +130.000 über Konsens plus starkes Lohnwachstum → der Markt preist eine längere Hochzinsphase ein.
- Sofortreaktion: EUR/USD fällt binnen Minuten um 80 Pips, Indizes geben nach, Anleiherenditen steigen.
- Whipsaw: Ein Teil der Bewegung wird zurückgekauft, als die Abwärtsrevisionen der Vormonate (−60.000) eingeordnet werden – die Netto-Botschaft ist schwächer als die Headline.
- Kostenblick: Der Spread liegt um den Release zeitweise beim Mehrfachen des Normalwerts – wer den Termin handelt, kalkuliert Slippage ein oder bleibt flach.
Execution Risk & Errors
Nur die Headline-Zahl lesen und Revisionen sowie Lohnwachstum ignorieren
Die erste Spike-Bewegung mit der nachhaltigen Richtung verwechseln
Mit engen Stops in den Release gehen und von Slippage getroffen werden
Den Konsens nicht kennen und den Absolutwert interpretieren
News-Trading-Regeln der eigenen Prop-Firm übersehen
Häufige Fragen
Wann erscheinen die NFP?
Am ersten Freitag des Monats um 8:30 Uhr ET (14:30 Uhr MEZ) als Teil des Employment Situation Report des Bureau of Labor Statistics.
Welche Zahlen im Bericht zählen?
Die Headline (neue Stellen), die Arbeitslosenquote und das Lohnwachstum – dazu die Revisionen der Vormonate, die die Marktreaktion ebenso prägen können wie die Headline.
Warum kommt es bei NFP so oft zu Whipsaws?
Die erste Reaktion folgt der Headline; sobald Revisionen, Löhne und Quote eingeordnet sind, dreht die Bewegung häufig. Dazu kommen dünne Liquidität und ausgelöste Stops auf beiden Seiten.
Können starke Arbeitsmarktdaten schlecht für Aktien sein?
Ja, regimeabhängig: In Phasen der Inflationsbekämpfung sprechen starke Zahlen für längere Hochzinsphasen und belasten Aktien – in Wachstumssorgen-Phasen stützen sie.